Techniktour 2

Otto der Große

Techniktour 2

Magdeburg wurde erstmals im Jahr 805 namentlich genannt. Für Kaiser Otto I. (Otto der Große) war die Stadt ein zentraler Ort seiner Herrscherzeit. Die Lage in einem Bereich fruchtbarsten Bodens (heute Börde) und damit entscheidend für die Ernährung der Menschen und die Lage an der Elbe, einem wichtigen Handelsweg, waren Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Magdeburg war um 1600 eine der größten und reichsten Städte des deutschen Reiches. Otto von Guericke hat mit seinem politischen und wissenschaftlichen Wirken im 17. Jahrhundert die Stadt deutschlandweit und darüber hinaus bekannt gemacht. Und die industrielle Entwicklung mit dem beginnenden 19. Jahrhundert prägte maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung und damit den Reichtum der Stadt. Namen wie Gruson, Wolf, Schäffer & Budenberg waren mit ihren Unternehmen die prägenden Personen Magdeburgs im 19. Jahrhundert.

Techniktour 1 auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität mit einigen technischen Objekten war Beginn der Präsentation Magdeburger Industriegeschichte. Und die Techniktour 2, von der Lukasklause bis zur Hubbrücke, setzt diese Darstellung Magdeburger Geschichte fort.

Techniktour 2
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El vuelo de bronce – ein Tor zur Geschichte

1 El vuelo de bronce – ein Tor zur Geschichte

Das Projekt Bronzestele wurde im Rahmen eines Gießereisymposiums 2018 im Technikmuseum Magdeburg realisiert. Es ist eine Hommage an die berühmte Tür von Nowgorod, die von 1152 bis 1154 in der Gießhütte Magdeburg gegossen wurde. Die Künstler der Gruppe ‚El vueleo de bronce‘ wählten für ihre Arbeiten das Thema „ZEIT“. Die Aufstellung des Kunstwerks auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität vor dem Gebäude 12 verbindet Lehre und Forschung des Instituts für Ur- und Umformen mit der 1000-jährigen Gießereigeschichte Magdeburgs.

2 Mikado – Kunst trifft Wissenschaft

Vor Gebäude 12 der Universität Magdeburg steht das Kunstwerk Mikado, entworfen von Prof. h.c. Thomas Gatzky. Es ging als Sieger aus einem Wettbewerb zur Neugestaltung des Fakultätsgebäudes hervor. Die farbigen Säulen repräsentieren die neun Fakultäten der Universität und verbinden Historie mit Moderne. Zwischen den Säulen steht eine gusseiserne Säule von ca. 1880. Eine Plexiglassäule in dem Ensemble leuchtet in Rot-Gelb und symbolisiert die Farben der Wärmebehandlung von Stahl – ein zentrales Lehrthema im benachbarten Gebäude.

Mikado – Kunst trifft Wissenschaft
Mikado – Kunst trifft Wissenschaft

2 Mikado – Kunst trifft Wissenschaft

Vor Gebäude 12 der Universität Magdeburg steht das Kunstwerk Mikado, entworfen von Prof. h.c. Thomas Gatzky. Es ging als Sieger aus einem Wettbewerb zur Neugestaltung des Fakultätsgebäudes hervor. Die farbigen Säulen repräsentieren die neun Fakultäten der Universität und verbinden Historie mit Moderne. Zwischen den Säulen steht eine gusseiserne Säule von ca. 1880. Eine Plexiglassäule in dem Ensemble leuchtet in Rot-Gelb und symbolisiert die Farben der Wärmebehandlung von Stahl – ein zentrales Lehrthema im benachbarten Gebäude.

Dieselmotor 8R – Kraft aus Magdeburg

3 Dieselmotor 8R – Kraft aus Magdeburg

Der Dieselmotor 8R wurde im ehemaligen Schwermaschinenbaukombinat „Karl Liebknecht“ in Magdeburg-Buckau gefertigt. Diese leistungsstarken Motoren dienten sowohl der Stromerzeugung als auch als Antrieb für Schiffe. Das Werk setzte die Tradition der 1838 gegründeten Schiffswerft Buckau und der 1865 von Rudolf Wolf gegründeten Maschinenfabrik fort. 1928 fusionierten beide zur Maschinenfabrik Buckau R. Wolf AG, die später als Buckau-Wolf bekannt wurde.

4 KKW-Schnellschlussschieber – Technik für Sicherheit

Dieser Schnellschlussschieber aus dem Jahr 1989 wurde im Magdeburger Armaturen Kombinat „Karl Marx“ (MAW) gefertigt. Eingesetzt im Primärkreislauf von Kernkraftwerken, diente er der schnellen Abschaltung des Kühlwasserkreislaufs, um Umweltverschmutzung durch kontaminiertes Wasser zu verhindern. Als Produkt der Magdeburger Industriegeschichte steht er in der Tradition von Schäffer & Budenberg, gegründet 1850 in Buckau. Nach der Wende wurde MAW 1990 von der Treuhand an Babcock-AG verkauft und ging 1996 in Insolvenz.

KKW-Schnellschlussschieber – Technik für Sicherheit
KKW-Schnellschlussschieber – Technik für Sicherheit

4 KKW-Schnellschlussschieber – Technik für Sicherheit

Dieser Schnellschlussschieber aus dem Jahr 1989 wurde im Magdeburger Armaturen Kombinat „Karl Marx“ (MAW) gefertigt. Eingesetzt im Primärkreislauf von Kernkraftwerken, diente er der schnellen Abschaltung des Kühlwasserkreislaufs, um Umweltverschmutzung durch kontaminiertes Wasser zu verhindern. Als Produkt der Magdeburger Industriegeschichte steht er in der Tradition von Schäffer & Budenberg, gegründet 1850 in Buckau. Nach der Wende wurde MAW 1990 von der Treuhand an Babcock-AG verkauft und ging 1996 in Insolvenz.

Beispieltext

Magdeburg Halbkugeln – Otto von Guerickes Vakuumexperiment

5 Magdeburg Halbkugeln – Otto von Guerickes Vakuumexperiment

Die Magdeburger Halbkugeln sind die weltweit bekannte Symbolik für die Herstellung eines Vakuums und damit auch den Nachweis der Kraft des atmosphärischen Drucks. In den 1650er Jahren hat Otto von Guericke Versuche mit den Magdeburger Halbkugeln erfolgreich durchführen lassen. Der spektakuläre Versuch, damals mit 16 Pferden, ist heute noch ein bemerkenswertes Ereignis das die Zuschauer begeistert. Diese Erkenntnisse Otto von Guerickes waren wegweisend für künftige technische Entwicklungen, von der Herstellung langlebiger Glühlampen in den 1870er-Jahren bis zur Entwicklung der Halbleiterindustrie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

6 Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile – Meilensteine der Technik

Die Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile wurden von der Firma R. Wolf AG in Magdeburg-Buckau gefertigt, die 1865 von Rudolf Wolf gegründet wurde. 1928 fusionierte das Unternehmen mit der 1838 gegründeten Buckauer Schiffswerft zur Maschinenfabrik R. Wolf Buckau AG (Buckau Wolf). Diese Lokomobile waren wichtige Arbeitsmaschinen der damaligen Zeit. Nach der Wende übernahm das Schwermaschinenbaukombinat Karl Liebknecht (SKL) die Nachfolge, dessen einzelne Unternehmen bis heute fortbestehen.

Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile – Meilensteine der Technik
Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile – Meilensteine der Technik

6 Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile – Meilensteine der Technik

Die Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile wurden von der Firma R. Wolf AG in Magdeburg-Buckau gefertigt, die 1865 von Rudolf Wolf gegründet wurde. 1928 fusionierte das Unternehmen mit der 1838 gegründeten Buckauer Schiffswerft zur Maschinenfabrik R. Wolf Buckau AG (Buckau Wolf). Diese Lokomobile waren wichtige Arbeitsmaschinen der damaligen Zeit. Nach der Wende übernahm das Schwermaschinenbaukombinat Karl Liebknecht (SKL) die Nachfolge, dessen einzelne Unternehmen bis heute fortbestehen.

Archimedes – ein Pionier der Wissenschaft

7 Archimedes – ein Pionier der Wissenschaft


Der berühmte Mathematiker, Physiker und Ingenieur Archimedes hat selbstverständlich einen Platz an der Universität. Besonders beeindruckend ist sein Fokus auf das Denken und Forschen, wie sein berühmtes „Stört mir meine Kreise nicht“ zeigt. Noch heute, über 2200 Jahre nach seinen Entdeckungen, erkennen wir die immense Bedeutung seiner mathematischen Erkenntnisse für die Forschung und wissenschaftliche Entwicklung.

8 Farbige Schatten – Otto von Guerickes Entdeckung der Lichtwirkung

Otto von Guericke erkannte, dass Schatten nicht nur grau oder schwarz sind. Wenn Lichtquellen unterschiedlicher Farben einen Gegenstand aus verschiedenen Richtungen beleuchten, entstehen durch vollständige oder teilweise Abschattung sowohl dunkle Kernschatten als auch andersfarbige Schatten. Diese entstehen durch additive Farbmischung sowie physiologische Effekte und Komple-mentärfarben, die Guericke als einer der Ersten wissenschaftlich beschrieb.

Farbige Schatten – Otto von Guerickes Entdeckung der Lichtwirkung
Farbige Schatten – Otto von Guerickes Entdeckung der Lichtwirkung

8 Farbige Schatten – Otto von Guerickes Entdeckung der Lichtwirkung

Otto von Guericke erkannte, dass Schatten nicht nur grau oder schwarz sind. Wenn Lichtquellen unterschiedlicher Farben einen Gegenstand aus verschiedenen Richtungen beleuchten, entstehen durch vollständige oder teilweise Abschattung sowohl dunkle Kernschatten als auch andersfarbige Schatten. Diese entstehen durch additive Farbmischung sowie physiologische Effekte und Komple-mentärfarben, die Guericke als einer der Ersten wissenschaftlich beschrieb.

Allgemeine Informationen

Parkmöglichkeiten bestehen im Hohenstaufenring (am Nordpark), Am Krökentor, in der Gareisstraße und im Parkhaus Am Krökentor. Toiletten sind auf dem Campusgelände von Montag bis Freitag in der Mensa (Geb. 27) und der Universitätsbibliothek (Geb. 30) zu finden. Täglich ist die öffentliche Toilette in der Großen Steinernetischstraße geöffnet. Die Zugänge zu allen Besichtigungsobjekten sind barrierefrei. Der Eintritt ist frei. Die Objekte sind durch öffentliche Verkehrsmittel der Linien 1 und 9 (Haltestelle ‚Universität‘), Linie 2 (Haltestelle ‚Universitätsbibliothek‘) und Linie 6 (‚Listemannstraße‘) zu erreichen.

Die Tour wurde entwickelt in Verantwortung des Fördervereins Technikmuseum Magdeburg e. V. und in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Otto-von-Guericke-Gesellschaft e. V., dem Arbeitskreis Technikgeschichte des VDI Bezirksverband Magdeburg sowie dem Verband der Magdeburger Stadtführer.

Fotos: Bilder 1, 2, 6, 7 & 8 – Jana Dünnhaupt (OVGU) | Bilder 3 & 4 – Dipl.-Ing. Reinhard Schenkewitz (privat) | Bild 5 – Thomas Westermann

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