Techniktour 2

Otto der Große

Techniktour 2

Magdeburg wurde erstmals im Jahr 805 namentlich genannt. Für Kaiser Otto I. (Otto der Große) war die Stadt ein zentraler Ort seiner Herrscherzeit. Die Lage in einem Bereich fruchtbarsten Bodens (heute Börde) und damit entscheidend für die Ernährung der Menschen und die Lage an der Elbe, einem wichtigen Handelsweg, waren Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Magdeburg war um 1600 eine der größten und reichsten Städte des deutschen Reiches. Otto von Guericke hat mit seinem politischen und wissenschaftlichen Wirken im 17. Jahrhundert die Stadt deutschlandweit und darüber hinaus bekannt gemacht. Und die industrielle Entwicklung mit dem beginnenden 19. Jahrhundert prägte maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung und damit den Reichtum der Stadt. Namen wie Gruson, Wolf, Schäffer & Budenberg waren mit ihren Unternehmen die prägenden Personen Magdeburgs im 19. Jahrhundert.

Techniktour 1 auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität mit einigen technischen Objekten war Beginn der Präsentation Magdeburger Industriegeschichte. Und die Techniktour 2, von der Lukasklause bis zur Hubbrücke, setzt diese Darstellung Magdeburger Geschichte fort.

Techniktour 2
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Lukasklause mit dem Guericke Museum - Ein Ort der Geschichte

1 Lukasklause mit dem Guericke Museum – Ein Ort der Geschichte

Die Verbindung zwischen der Lukasklause und Otto von Guericke ist vor allem seine Tätigkeit als Ingenieur. Er leitete nach der Zerstörung Magdeburgs 1631 den Wiederaufbau der Stadtbefestigungen einschließlich der Lukasklause.1995 wurde hier das Museum eröffnet. In enger Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft, der Universität und der Stiftung wird hier sein Lebenswerk anhand von historischen Nachbauten seiner Geräte, Bildern und Dokumenten eindrucksvoll erlebbar gemacht. Und als sichtbares Zeichen stehen vor dem Guericke Zentrum die Halbkugeln.

2 Schiffmühle Ein schwimmendes Erbe

Schiffmühlen prägten früher viele Flüsse – auch in Magdeburg. Die erste, die Rathsmühle, entstand 1425 an der Strombrücke. 1631 wurden 16 Mühlen zerstört, um 1700 gab es bis zu 27. Schifffahrt und Müllergewerbe gerieten oft in Konflikt.1838 kritisierte die Dampfschifffahrts-Compagnie fünf Mühlen am Petriförder, ließ sie aber bestehen. Bis 1874 verschwanden alle Mühlen. Ein Nachbau am Petriförder, 1999 fertiggestellt, erinnert heute an die einstige Bedeutung der Wasserkraft für Magdeburg.

Schiffmühle Ein schwimmendes Erbe
Schiffmühle Ein schwimmendes Erbe

2 Schiffmühle Ein schwimmendes Erbe

Schiffmühlen prägten früher viele Flüsse – auch in Magdeburg. Die erste, die Rathsmühle, entstand 1425 an der Strombrücke. 1631 wurden 16 Mühlen zerstört, um 1700 gab es bis zu 27. Schifffahrt und Müllergewerbe gerieten oft in Konflikt.1838 kritisierte die Dampfschifffahrts-Compagnie fünf Mühlen am Petriförder, ließ sie aber bestehen. Bis 1874 verschwanden alle Mühlen. Ein Nachbau am Petriförder, 1999 fertiggestellt, erinnert heute an die einstige Bedeutung der Wasserkraft für Magdeburg.

Optische Telegraphenstation 14 Magdeburgs Fenster zur Welt

3 Optische Telegraphenstation 14 Magdeburgs Fenster zur Welt

Der Idee einer optischen Telegraphenlinie standen auch die Magdeburger sehr aufgeschlossen gegenüber. Die Johanniskirche bot sich an, da auf der einen Seite eine Weitsicht zur Station 13 - Telegrafenberg Biederitz - und auf der anderen Seite zur nächsten Station 15 - Fuchsberg Hohendodeleben- gegeben war. Mittels der insgesamt 62 Stationen, über immerhin 588 km, konnten amtliche und militärische Nachrichten deutlich schneller übermittelt werden, als das mit Boten je möglich war. Jede Station war ausgerüstet mit Fernrohren und Signalmasten an denen 6 Telegrafenarme mit Seilzügen zur Bedienung befestigt wurden. Von 1832 bis 1849 war die Anlage in Betrieb. Ersetzt wurde sie durch die elektromechanische Telegrafentechnik, die unabhängig von Tag und Nacht, sowie auch vom Wetter war und deutlich weniger Kosten verursachte.

4 Elbbahnhof Magdeburgs erster Bahnhof

Die gesamte Route der Techniktour 2 ist geprägt, durch die ursprüngliche Verlegung von Eisenbahnschienen, die parallel zum Elbestrom verliefen. Der erste Bahnhof befand sich unterhalb des Fürstenwalls und außerhalb der Festungsanlage, mit dem Elbbahnhof. Er wurde als Verschiebebahnhof für die Zusammenstellung von Zügen genutzt. Ebenso erfolgte die Be- und Entladung der Güter. Die heute teilweise zu Loftwohnungen umgebauten Schuppen und Lagerhallen sind von der Elbuferpromenade aus sehr gut zu erkennen. Die erste Eisenbahnfahrt fand am 29. Juni 1839 von Magdeburg über Buckau nach Schönebeck vor der Festungsanlage statt. In den nächsten Jahren wurden weitere Strecken in Betrieb genommen (Magdeburg - Halberstadt, Magdeburg -Braunschweig u.a.). Nachdem sich 1843 die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft gegründet hatte, fuhr die erste Bahn 1846 von Potsdam bis Magdeburg Friedrichstadt auf der Ostseite der Stadt. Im Jahr 1851 wurde die eingleisige Durchfahrt in die Festungsanlage freigegeben, um eine Verbindung zur Wittenberger Eisenbahn herzustellen. Die Einfahrt erfolgte durch Tore (Leipziger Tor) und die Lokführer waren angehalten, die Feuer zu löschen und quasi wie eine Dampf-Speicherlok den Weg zu überwinden. Der Leipziger Bahnhof am Schleinufer durfte nur von Personen- und Militärzügen genutzt werden. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er, wenn das Kaiser- oder Königspaar Magdeburg besuchte. In Höhe des Leipziger Tores befidet sich die sogenannte Spiritusrampe des Elbbahnhofs. (In Höhe des Cafés „Cullinaria“)

Elbbahnhof Magdeburgs erster Bahnhof
Elbbahnhof Magdeburgs erster Bahnhof

4 Elbbahnhof Magdeburgs erster Bahnhof

Die gesamte Route der Techniktour 2 ist geprägt, durch die ursprüngliche Verlegung von Eisenbahnschienen, die parallel zum Elbestrom verliefen. Der erste Bahnhof befand sich unterhalb des Fürstenwalls und außerhalb der Festungsanlage, mit dem Elbbahnhof. Er wurde als Verschiebebahnhof für die Zusammenstellung von Zügen genutzt. Ebenso erfolgte die Be- und Entladung der Güter. Die heute teilweise zu Loftwohnungen umgebauten Schuppen und Lagerhallen sind von der Elbuferpromenade aus sehr gut zu erkennen. Die erste Eisenbahnfahrt fand am 29. Juni 1839 von Magdeburg über Buckau nach Schönebeck vor der Festungsanlage statt. In den nächsten Jahren wurden weitere Strecken in Betrieb genommen (Magdeburg - Halberstadt, Magdeburg -Braunschweig u.a.). Nachdem sich 1843 die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft gegründet hatte, fuhr die erste Bahn 1846 von Potsdam bis Magdeburg Friedrichstadt auf der Ostseite der Stadt. Im Jahr 1851 wurde die eingleisige Durchfahrt in die Festungsanlage freigegeben, um eine Verbindung zur Wittenberger Eisenbahn herzustellen. Die Einfahrt erfolgte durch Tore (Leipziger Tor) und die Lokführer waren angehalten, die Feuer zu löschen und quasi wie eine Dampf-Speicherlok den Weg zu überwinden. Der Leipziger Bahnhof am Schleinufer durfte nur von Personen- und Militärzügen genutzt werden. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er, wenn das Kaiser- oder Königspaar Magdeburg besuchte. In Höhe des Leipziger Tores befidet sich die sogenannte Spiritusrampe des Elbbahnhofs. (In Höhe des Cafés Cullinaria“)

Zeitzähler Die Weltzeituhr der Flüsse

5 Zeitzähler Die Weltzeituhr der Flüsse

Das Kunstwerk “Lebenszeit“, auch „Zeitzähler“ genannt, der Künstlerin Gloria Friedmann entstand 2008 im Rahmen der internationalen Bauausstellung „Leben an und mit der Elbe“. Es stellt eine etwa 3 Meter große Kunststoffkugel dar, in die 18 Uhren eingebaut sind. Die Uhren zeigen jeweils die Ortszeit an großen Flüssen weltweit an. Die Figur oben auf der Kugel zeigt die Uhrzeit hier an der Elbe an. Gloria Friedmann will mit Ihrem Werk darauf aufmerksam machen, dass Zeit und Flüsse in Bewegung und gleichzeitig die Menschen damit verbunden sind.

6 Hubbrücke Ein Industriedenkmal über der Elbe

Die Hubbrücke über die Elbe ist eine der ältesten beweglichen Brücken Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Mit ihrem industriellen Charme zählt sie zu den Wahrzeichen der Stadt und ist ein beliebtes Fotomotiv. Die Brücke wurde im Jahr 1848 für die damals neue Eisenbahnstrecke Biederitz - Magdeburg - Buckau errichtet. Konstruiert wurde sie damals zunächst als Drehbrücke. Diese Form hatte sie bis zum Jahr 1895. Erst danach wurde sie in eine Hubbrücke mit entsprechender Hubvorrichtung umgebaut. Im Falle der Magdeburger Hubbrücke mussten dabei 90 Meter Brücke und 450 Tonnen Gewicht 5 Meter über die Elbe gehoben werden. Der Hubvorgang wurde zunächst durch ein hydraulisches System angetrieben. Gespeist wurde es durch den Wasserturm, den Sie noch heute am westlichen Ufer der Brücke sehen. Später wurde die Brücke dann mit einem elektrischen Antrieb betrieben, der die Brücke innerhalb von fünf Minuten heben oder senken konnte. Die Brücke, wie Sie sie heute sehen, gibt es seit 1933. 1998 endete die Nutzung als Bahnstrecke. Daraufhin wurde die Brücke in ihrer angehobenen Position fixiet. Heute wird die Hubbrücke als Fuß- und Fahrradweg genutzt. Seit 2008 lohnt sich ein Besuch der Brücke ganz besonders bei Dunkelheit. Damals wurde eine Installation des italienischen Künstlers Maurizio Nannucci an der Brücke angebracht und ziert seither beide Seiten der Brücke mit rot und blau leuchtenden Schriftzügen. Elbaufwärts steht: „Von so weit her bis hierhin“. Auf der anderen Seite ist zu lesen: „Von hier aus noch viel weiter“.

Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile – Meilensteine der Technik
Heißdampf-Hochdruck-Lokomobile – Meilensteine der Technik

6 Hubbrücke Ein Industriedenkmal über der Elbe

Die Hubbrücke über die Elbe ist eine der ältesten beweglichen Brücken Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Mit ihrem industriellen Charme zählt sie zu den Wahrzeichen der Stadt und ist ein beliebtes Fotomotiv. Die Brücke wurde im Jahr 1848 für die damals neue Eisenbahnstrecke Biederitz - Magdeburg - Buckau errichtet. Konstruiert wurde sie damals zunächst als Drehbrücke. Diese Form hatte sie bis zum Jahr 1895. Erst danach wurde sie in eine Hubbrücke mit entsprechender Hubvorrichtung umgebaut. Im Falle der Magdeburger Hubbrücke mussten dabei 90 Meter Brücke und 450 Tonnen Gewicht 5 Meter über die Elbe gehoben werden. Der Hubvorgang wurde zunächst durch ein hydraulisches System angetrieben. Gespeist wurde es durch den Wasserturm, den Sie noch heute am westlichen Ufer der Brücke sehen. Später wurde die Brücke dann mit einem elektrischen Antrieb betrieben, der die Brücke innerhalb von fünf Minuten heben oder senken konnte. Die Brücke, wie Sie sie heute sehen, gibt es seit 1933. 1998 endete die Nutzung als Bahnstrecke. Daraufhin wurde die Brücke in ihrer angehobenen Position fixiet. Heute wird die Hubbrücke als Fuß- und Fahrradweg genutzt. Seit 2008 lohnt sich ein Besuch der Brücke ganz besonders bei Dunkelheit. Damals wurde eine Installation des italienischen Künstlers Maurizio Nannucci an der Brücke angebracht und ziert seither beide Seiten der Brücke mit rot und blau leuchtenden Schriftzügen. Elbaufwärts steht: „Von so weit her bis hierhin“. Auf der anderen Seite ist zu lesen: „Von hier aus noch viel weiter“.

Karte Techniktour 1

Allgemeine Informationen

Die Objekte der Techniktour 2 sind mit den Straßenbahnlinien 2, 4, 5 und 6 (Haltestellen „Domplatz“, „Alter Markt“, „Wissenschaftshafen“) gut erreichbar. Parkmöglichkeiten fiden Sie darüber hinaus u. a. im Parkhaus am Domplatz, in der Fürstenwallstraße und in der Nähe des Wissenschaftshafens. Alle Stationen der Techniktour sind von außen frei zugänglich. Der Eintritt ist kostenfrei. Die meisten Orte sind barrierefrei erreichbar. Öffentliche Toiletten befiden sich am Domplatz, in der Johanniskirche sowie in der Lukasklause (zu den Öffnungszeiten des Museums).

Die Tour wurde entwickelt vom Förderverein Technikmuseum Magdeburg e. V. in Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Otto-von-Guericke-Gesellschaft e. V., dem Arbeitskreis Technikgeschichte des VDI-Bezirksvereins Magdeburg sowie dem Verband der Magdeburger Stadtführer.

Fotos: Bilder 1, 2, 3, 4, 5 & 6 – Dipl.-Ing. Reinhard Schenkewitz (privat)

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