Techniktour 4
Techniktour 4
Die Geschichte der Gießereitechnik in Magdeburg ist eng mit der Entstehung von Denkmälern verknüpft. Schon im Mittelalter fertigten erfahrene Metallhandwerker neben Alltagsgegenständen auch Glocken, sakrale Ausstattungen sowie repräsentative Objekte aus Bronze und Eisen. Auf dem nebenstehenden Bild ist der Meister Riquin, einer der Gießer der berühmten Nowgorod-Tür zu sehen. Die Lage an der Elbe förderte den Austausch von Wissen und Materialien und begünstigte die Entwicklung spezialisierter Gießereien.
In der frühen Neuzeit gewann der Kunst- und Bronzeguss an Bedeutung. Monumente, Grabplatten und plastische Schmuckformen prägten das Stadtbild. Die Zerstörung von 1631 unterbrach diese Entwicklung, doch mit dem Wiederaufbau hielten neue technische Verfahren Einzug. Im 19. Jahrhundert erlebte der Denkmalguss durch die Industrialisierung sowie technischer Innovationen einen Aufschwung. Großformatige Plastiken wurden möglich, zahlreiche Denkmäler entstanden. Bis heute zeugen Bronze- und Eisengüsse im öffentlichen Raum von dieser Tradition aus handwerklicher Präzision.

1 Faunbrunnen – Leiterstraße
Der von Bildhauer Heinrich Apel entworfene Brunnen, im Volksmund als Teufelsbrunnen bekannt, zählt zu den markanten Kunstwerken der Magdeburger Innenstadt. Im Zentrum steht ein Faun – Sinnbild für Natur und Lebenslust. Mit seiner detailreichen Gestaltung und der lebendigen Darstellung mythischer Figuren zieht der Brunnen seit Jahren die Aufmerksamkeit von Passanten und Besuchern auf sich. Wegen der märchenhaften Atmosphäre ist er bis heute ein beliebter Treffpunkt.
2 Das Westportal der St.-Sebastians-Kirche
Die heutige Kathedralkirche des Bistums Magdeburg blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück, die geprägt ist von Zerstörung und Wiederaufbau, von Wandel und Kontinuität. Die romanische Doppelturmfront stammt aus dem 12. Jahrhundert, das heutige Westportal hingegen ist deutlich jünger: Es wurde im 19. Jahrhundert gestaltet, ehe der Bildhauer Jürgen Sudberg 1987 das eindrucksvolle Bronzeportal schuf. Im Detailreichtum entfalten sich hier biblische Szenen – von Adam und Eva über die Schlange und Noahs Arche bis hin zu Kain und Abel - ein Portal, das zum genauen Hinschauen einlädt.
2 Das Westportal der St.-Sebastians-Kirche
Die heutige Kathedralkirche des Bistums Magdeburg blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück, die geprägt ist von Zerstörung und Wiederaufbau, von Wandel und Kontinuität. Die romanische Doppelturmfront stammt aus dem 12. Jahrhundert, das heutige Westportal hingegen ist deutlich jünger: Es wurde im 19. Jahrhundert gestaltet, ehe der Bildhauer Jürgen Sudberg 1987 das eindrucksvolle Bronzeportal schuf. Im Detailreichtum entfalten sich hier biblische Szenen – von Adam und Eva über die Schlange und Noahs Arche bis hin zu Kain und Abel - ein Portal, das zum genauen Hinschauen einlädt.
3 Magdeburger Dom St. Mauritius und Katharina
Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und der größte Sakralbau Mitteldeutschlands. Als erste von Beginn an gotisch konzipierte Kathedrale auf deutschem Boden und als einer der frühesten vollendeten gotischen Dombauten nimmt er eine herausragende Stellung in der Architekturgeschichte ein. Besonders sehenswert sind unter anderem die Ernstkapelle mit dem Sarkophag sowie die Grabplatte des Erzbischofs Wichmann von Seeburg, die eindrucksvoll an die religiöse und politische Bedeutung des Domes im Mittelalter erinnern. Oben zu sehen sind die neuen Glocken. Das künftige Domgeläut wird dann mit insgesamt 12 Glocken vollständig ausgestattet sein.
4 Kloster Unser Lieben Frauen
Das Kloster Unser Lieben Frauen, auch als Marienstift oder Liebfrauenstift bekannt, liegt in der Magdeburger Altstadt und zählt zu den bedeutendsten romanischen Klosteranlagen Deutschlands. Das eindrucksvolle Gebäudeensemble befidet sich in unmittelbarer Nähe des Magdeburger Doms und prägt das historische Stadtbild. Heute beherbergt das Ensemble das Kunstmuseum. Besonders eindrucksvoll wirkt das romanische Südportal mit seinem geheimnisvollen Kapitell sowie die Bronzetür „Gefahren und Kreatur“ von Waldemar Grzimek. Der Skulpturengarten lädt zum Verweilen ein.
4 Kloster Unser Lieben Frauen
Das Kloster Unser Lieben Frauen, auch als Marienstift oder Liebfrauenstift bekannt, liegt in der Magdeburger Altstadt und zählt zu den bedeutendsten romanischen Klosteranlagen Deutschlands. Das eindrucksvolle Gebäudeensemble befidet sich in unmittelbarer Nähe des Magdeburger Doms und prägt das historische Stadtbild. Heute beherbergt das Ensemble das Kunstmuseum. Besonders eindrucksvoll wirkt das romanische Südportal mit seinem geheimnisvollen Kapitell sowie die Bronzetür „Gefahren und Kreatur“ von Waldemar Grzimek. Der Skulpturengarten lädt zum Verweilen ein.
5 Martin-Luther-Denkmal
Das Martin-Luther-Denkmal neben der Johanniskirche wurde 1886 errichtet. Das überlebensgroße Bronzestandbild schuf der Bildhauer Emil Hundrieser im Auftrag des Magistrats der Stadt Magdeburg, gegossen wurde es in der Berliner Bronzegießerei Gladenbeck. Das Denkmal erinnert an Luthers Predigt vom 26. Juni 1524 in der Johanniskirche, nach der sich Rat und Bürgerschaft der Stadt dem Protestantismus in seiner gemäßigten Ausprägung anschlossen. Die Inschrift „Gottes Wort mit uns in Ewigkeit“ verweist auf die historische Bedeutung des Reformators für Magdeburg.
6 Hirschsäule neben dem Rathaus
Das Kunstwerk steht als Symbol für die Unabhängigkeit und das Selbstbewusstsein der Stadt. Mit dem Roland und dem Reiter bildet sie das historische Dreieck bedeutender Magdeburger Stadtsymbole. Gegossen wurde die Skulptur von einer Bronzegießergruppe um Klaus Cenkier nach dem Entwurf von Martina Seffers.
6 Hirschsäule neben dem Rathaus
Das Kunstwerk steht als Symbol für die Unabhängigkeit und das Selbstbewusstsein der Stadt. Mit dem Roland und dem Reiter bildet sie das historische Dreieck bedeutender Magdeburger Stadtsymbole. Gegossen wurde die Skulptur von einer Bronzegießergruppe um Klaus Cenkier nach dem Entwurf von Martina Seffers.
7 Magdeburger Rathaus - Rathaustür
Die 1971 geschaffene Bronzetür von Heinrich Apel knüpft bewusst an die jahrhundertealte Gießtradition Magdeburgs an. So entstand etwa die berühmte Bronzetür der Sophienkathedrale in Nowgorod in einer mittelalterlichen Magdeburger Gießhütte. Die Rathaustür zeigt in reliefieten Darstellungen bedeutende Persönlichkeiten und prägende Szenen aus der Geschichte der Stadt. Im Giebelfeld umrahmen die Jahreszahlen der beiden Wiederaufbauphasen des Rathauses das Stadtwappen mit der Magdeburger Jungfrau. Die Tür ist damit nicht nur funktionales Bauteil, sondern zugleich ein kunstvolles Geschichtsbild.
8 Otto-von-Guericke-Denkmal
Dieses Denkmal prägt zentral das Stadtbild auf dem Platz „Bei der Hauptwache“ in der Magdeburger Altstadt, direkt neben dem Rathaus. Errichtet wurde es 1907 zu Ehren des Naturwissenschaftlers, Diplomaten und langjährigen Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke (1602–1686). Es zeigt den Namensgeber der Universität sitzend mit den berühmten Halbkugeln zu seinen Füßen. Trümmerstücke im Sockel erinnern an die Zerstörung Magdeburgs 1631. Es ist damit ein Denkmal für Wissenschaft und städtische Verantwortung.
8 Otto-von-Guericke-Denkmal
Dieses Denkmal prägt zentral das Stadtbild auf dem Platz „Bei der Hauptwache“ in der Magdeburger Altstadt, direkt neben dem Rathaus. Errichtet wurde es 1907 zu Ehren des Naturwissenschaftlers, Diplomaten und langjährigen Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke (1602–1686). Es zeigt den Namensgeber der Universität sitzend mit den berühmten Halbkugeln zu seinen Füßen. Trümmerstücke im Sockel erinnern an die Zerstörung Magdeburgs 1631. Es ist damit ein Denkmal für Wissenschaft und städtische Verantwortung.
9 Dr.-Eisenbarth-Brunnen
Der 1939 aufgestellte Brunnen von Fritz von Graevenitz erinnert an den Wundarzt Johann Andreas Eisenbarth. Der Brunnen befidet sich in der Nähe des früheren Hauses „Zum güldenen Apfel“, ab 1703 sein Wohnhaus. Ein sehenswertes Denkmal und eine Würdigung dieser bekannten Persönlichkeit. Die Figur auf schlankem Pfeiler und reliefgeschmückten Bronzetafeln verbindet Stadtgeschichte mit lebendigem Wasserspiel.
10 Reiterstandbild „Halbkugelversuch“ auf dem Ratswaageplatz
Am 15. Juni 2002 erhielt Magdeburg ein neues, weithin sichtbares und privat finanziertes Kunstwerk. Auf dem Ratswaageplatz wurde die monumentale Bronzeskulptur enthüllt. Diese Großplastik von Thomas Virnich erinnert an Otto von Guerickes berühmten Halbkugelversuch. Das Werk verbindet Wissenschaftsgeschichte, Stadtidentität und zeitgenössische Kunst zu einem markanten Blickfang im öffentlichen Raum. Es ist ein neues Symbol für Magdeburg als Stadt mit Zugkraft und Geschichte.
10 Reiterstandbild „Halbkugelversuch“ auf dem Ratswaageplatz
Am 15. Juni 2002 erhielt Magdeburg ein neues, weithin sichtbares und privat finanziertes Kunstwerk. Auf dem Ratswaageplatz wurde die monumentale Bronzeskulptur enthüllt. Diese Großplastik von Thomas Virnich erinnert an Otto von Guerickes berühmten Halbkugelversuch. Das Werk verbindet Wissenschaftsgeschichte, Stadtidentität und zeitgenössische Kunst zu einem markanten Blickfang im öffentlichen Raum. Es ist ein neues Symbol für Magdeburg als Stadt mit Zugkraft und Geschichte.
Allgemeine Informationen
Die Besichtigungsobjekte sind per Straßenbahn zu erreichen. Haltestellen sind „Leiterstraße“, „Goldschmiedebrücke“ und „Alter Markt“. Parkmöglichkeiten gibt es u.a. auf dem Breiten Weg, der Krügerbrücke und den Parkflächen im Allee-Center sowie Ulrichhaus. Toiletten finden Sie im Allee-Center (Mo-Sa), eine öffentliche Toilette am Alten Markt sowie in den Gaststätten der Innenstadt. Alle Besichtigungsobjekte sind barrierefrei erreichbar. Da alle Objekte sich außerhalb von Gebäuden befinden, sind auch keine Eintrittsgelder zu entrichten. Auch der Dom kann kostenfrei besichtigt werden.
Die Tour wurde entwickelt vom Förderverein Technikmuseum Magdeburg e.V. in Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Otto-von-Guericke-Gesellschaft e.V., dem Arbeitskreis Technikgeschichte des VDI-Bezirksvereins Magdeburg sowie dem Verband der Magdeburger Stadtführer.
Fotos:
Bild Techniktour 4 Meister Riquin, Nowgorod-Tür - Prof. Dr. Rüdiger Bähr
Bilder 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 & 10 – Dipl.-Ing. Reinhard Schenkewitz (privat)
Titel
Untertitel